Herrenberg gehörte im ausgehenden Mittelalter zum Bistum Konstanz. Die erste Kapelle oder Kirche in Herrenberg muß auf dem Hang unterhalb des Schlossberges um 1200 erbaut worden sein, die Marienkirche. Ob die Weiheurkunde von 1293 sich allerdings auf die heutige Stiftskirche bezieht, ist fraglich. Heute wird vielmehr angenommen, dass die Stiftskirche von 1300-1324 als erste gotische Hallenanlage gebaut wurde und gegen 1500 umgebaut, umwölbt und in der Innenausstattung stark verändert wurde.
Die Zahl der Altäre und damit auch die Zahl der Geistlichen wuchs sehr schnell, die Pfarrkirche wurde deshalb 1439 zu einer sogenannten Kollegiats- oder Stiftskirche erhoben. Die Grafen von Württemberg lassen dann auch das heutige Dekanat auf einem "freien und luftigen Platz" als Wohnung für die Stiftsgeistlichen erbauen (Probstei). Am Ende des Mittelalters war die Zahl der Geistlichen auf 25 Personen angewachsen. Zum Chorgebet und zum Gottesdienst zogen die fratres gemeinsam von der Probstei herunter und über einen überdachten Gang zogen sie in die Stiftskirche ein. Aus dieser Art klösterlichen Gemeinschaft wurde dann auf das Wirken des frommen Eberhard im Bart hin 1481 wurde in Herrenberg die augustinische Reformkongretation der "Brüder vom gemeinsamen Leben" gegründet, eine Gemeinschaft, die vor allem die alten Mönchsideale wieder beleben wollte.
Weitere Fraterhäuser wurden gegründet. Als Laiengemeinschaft bekannt wurden die im Volksmund als "Kappenherren" oder Käpplismönche" bezeichneten Mönche. Das Ordensgewand bestand aus einem grauen Überwurf mit einer hohen, runden, graufarbigen Mütze, die sie wie Barette trugen. Am Chorgestühl der Herrenberger Stiftskirche sind die Käpplismönche" auch heute noch zu sehen.
Die Chorherren haben in der künstlerischen Gestaltung der Stiftskirche Akzente gesetzt. Das Erstellen der Kanzel durch Bildhauer Hanselmann, das Chorgestühl des Meisters Heinrich Schickhardt des Älteren (1513-1517) und der 1519 vollendete Hochaltar des Jörg Ratgeb - ein Kunstwerk, das heute zu den Hauptsehenswürdigkeiten der Stuttgarter Staatsgalerie gehört - sind einige Beispiele für das künsterische Schaffen der Chorherren. Das kirchliche Leben war im Mittelalter nicht nur auf Probstei und Stiftskirche beschränkt, bei schlechtem Wetter und fortgeschrittenem Alter wird die Spitalkirche bevorzugt, die seit etwa 1400 zum städtischen Spital gehört.
Kleinere Kirchen lagen an der Tübinger Straße (Gutleutehaus), in der Nähe des Bronntores und in der Nähe des heutigen Tennisplatzes (früherer Kirchplatz des Dorfes Mühlhausen). Klösterliches Leben führten damals nicht nur die Chorherren im heutigen Dekanat, sondern in der "Grauen Sammlung" (nördlich der Stiftskirche) war das Nonnenhaus der sogenannten Beginen untergebracht.
Die Käpplismönche mussten nach 1514 ihr Wirken in Herrenberg aufgeben, weil sie wegen ihrer Herkunft, Sprache und Lebensweise als Ausländer galten.
Das geistliche Chorherrenstift wird ebenfalls aufgelöst und alle Chorherren mussten Herrenberg verlassen, soweit sie sich nicht der neuen Lehre angeschlossen hatten. Herzog Ulrich führte in Herrenberg die Reformation ein und nach 1534 predigen in der Stiftskirche die ersten evangelischen Geistlichen. In den Jahren 1548-1551 wurde eine Zeit lang in Herrenberg wieder die Heilige Messe gefeiert, nachdem die Spanier hier eingerückt waren, doch gegen Ende des 16. Jahrhunderts steht Herrenberg ganz auf der Seite der Reformation.
1855 zählt Herrenberg 2374 Einwohner, darunter sind nur 19 Katholiken. Gerade mal 7 Katholiken werden in den umliegenden Ortschaften gezählt. Alle Katholiken in und um Herrenberg gehören damals zu Altingen, einer der wenigen katholischen Kirchengemeinden in der Gegend.
Die Wiederanfänge katholischen Lebens in Herrenberg nehmen sich bescheiden an.
1890 ist der Zahl der Katholiken auf ungefähr 70 angewachsen, seit 1889 erhalten die Kinder Religionsunterricht bei der Schwiegermutter des Schützenwirtes.
Pfarrer Arnold mietet 1890 in einem Bauernhaus neben dem "Hasen" drei Zimmer an, eine Zwischenwand wird herausgenommen, so dass ein Betsaal entstehen konnte. Ab 1895 dient die angemietete Kegelbahn des Gasthofes der "Sonne" als Betsaal.
Von 1897-1919 ist Pfarrer Binder von Altingen in Herrenberg als Seelsorger tätig.
Obwohl die Kirchengemeinde 1926 bereits 200 Katholiken zählte, dachte zunächst noch niemand an einen Kirchenbau. Pfarrer August Gärtner, der Nachfolger von Pfarrer Binder ging sogar soweit, dass er die Kegelbahn in der "Sonne" kaufte, um den Katholiken hier einen bleibenden Gottesdienstraum zu sichern. Der Gasthof und damit auch der Gottesdienstraum fiel dem Ausbau der Bundesstraße zum Opfer. Die Katholiken in Herrenberg reagieren sehr schnell und erwerben sich mit Unterstützung der Diözese das Gebäude Nr. 13 in der damaligen Ammerstraße (heute: Walther-Knoll-Straße) mit anliegendem Grundstück für die zukünftige Kirche.
Mit Bettelbriefen, Spendenaktionen und Diözesanmitteln wird der Bau der Josefskirche in die Wege geleitet. Der Preis der Baukosten ist mit DM 61.342,85 angegeben. Es entstand die "billigste, für die damalige Zeit schönste, auch liturgisch am besten gestaltete Diasporakirche der Diözese".
Künstlerisch ragt das farbenprächtige Fenster (11 Einzelfenster … 6,50m Höhe) von Prof. Albert Burkle aus Salzburg hervor. Christus, der Hohepriester steht, vom Strahlenglanz umgeben, in der ewigen Stadt Gottes. Er ist umgeben von der Gemeinde der Heiligen, die sich aus der ganzen Weltkirche zusammenfindet. Dieses Bild der universalen Kirche und der alle Gläubigen vereinenden ewigen Stadt Gottes war später vor allem für die vielen Vertriebenen aus dem Osten ein ausdrucksstarkes Hoffnungszeichen.
Am 9. Oktober 1932 erfolgt die Grundsteinlegung von St. Josef, am 22. Oktober 1933 feiern die Herrenberger Katholiken ihr Kirchweihfest. Auch nach dem Bau der Josefskirche war Herrenberg immer noch ein "Ableger" (Filialkirche) der Altinger Kirchengemeinde; jeden Sonntag reisen nun die Altinger Pfarrherren an, um in St. Josef Gottesdienst zu halten. Zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft 1935 werden in Herrenberg ca. 300 Katholiken gezählt. Über das Gemeindeleben zwischen 1935 bis 1945 ist nur soviel überliefert, dass der seit 1934 in Altingen sitzende Pfarrer Wilhelm Romboldt von seiten der NSDAP und den Behörden mancherlei Schikanen ertragen musste; nicht genannt ist, was damit konkret gemeint war. Von 1943-1951 amtiert in Altingen Pfarrer Albert Maurer. Mitten in der Kriegszeit wird 1942 von Herr Lemmermeyer in Herrenberg der Kirchenchor ins Leben gerufen.
Am Ende des II. Weltkrieges wird auch Herrenberg durch die heranrückenden alliierten Streitkräfte bedroht. Am 25. März 1945, am Abend des Palmsonntages, kurz vor Beginn der Abendmesse schlagen direkt neben der Josefskirche 2 Fliegerbomben ein, die wahrscheinlich einem im nahen Bahnhofsgelände stehenden Munitionszug gelten sollten. Die Sakristei wird weggerissen; das Chorfenster zerstört, ein Loch wird in die Seitenwand neben der Kanzel gerissen, sonst aber erleidet die Kirche keine größeren Schäden.
Die Deutschen der östlichen Reichsgebiete trifft das Kriegsende besonders hart. Viele müssen flüchten und treffen u.a. auch im Gäu in größeren Gruppen ein.
Die meisten kommen aus dem Sudetenland, aus Ungarn und der sogenannten Sowjetzone, der ehemaligen DDR. Der Großteil der Flüchtlinge ist katholisch und so schießt die Katholikenzahl von 329 im Jahr 1939 auf 2495 im Jahr 1946 um das Achtfache in die Höhe. Pfarrer Josef Hayduk wird daraufhin von unserer Diözese nach Herrenberg als ständiger Heimatlosenseelsorger geschickt. Die Aufgaben sind vielfältig. An erster Stelle steht die Betreuung der Menschen in den Massenunterkünften. Mit dem Fahrrad muß der Pfarrer in alle Dörfer fahren, um dort Religionsunterricht zu halten. Die Gottesdienste in den Dörfern rund um Herrenberg können die Katholiken zumeist in den evangelischen Gotteshäusern feiern. Pfarrer Hayduk wird auf seinem Fahrrad auf einer Fahrt nach Oberjesingen von einem amerikanischen Militärfahrzeug angefahren und muß deshalb den Dienst als Heimatseelsorger schon bald wieder aufgeben.
Was die Anzahl der Katholiken betrifft, hat die Filialkirchengemeinde Herrenberg bereits kurz nach dem Krieg ihre Muttergemeinde Altingen bei weitem überflügelt. Es geht deshalb nicht mehr lange bis St. Josef zur selbständigen Kirchengemeinde wird.
Am 15.11.1948 erhebt der Rottenburger Bischof Johannes Baptista Sproll Herrenberg zur ständigen Stadtpfarrverweserei - die Gemeinde hat also Anspruch auf einen ständigen Seelsorger vor Ort, wenn sie auch noch nicht eigenständige Pfarrei ist. Diesen letzten Schritt vollzieht dann am 1. April 1953 Bischof Carl Josef Leiprecht. Er erhebt Herrenberg zur Stadtpfarrei und als erster Pfarrer von Herrenberg feiert Werner Zettier seine Investitur.
Die starke Zunahme der Katholikenzahlen erforderte den Aus- und Neubau von kirchlichen Gebäuden. Zunächst ist die Josefskirche dran: 1953 bekommt die Kirche ihre erste Orgel, 1956 gelingt die Restaurierung des im Krieg zerstörten Chorfensters, im gleichen Jahr erhält St. Josef eine elektrische Heizung, 1958 wird der Innenraum renoviert und die Kirche erhält ein neues Geläut. Parallel dazu wurde in der heutigen Schickhardtstraße 1953 das Gemeindehaus St. Josef eingeweiht.
Neben Kindergarten, Jugendheim und Pfarrbücherei umfasst das Gemeindehaus ursprünglich auch ein Schwesternwohnheim, das zunächst von Caritasschwestern der Alten- und Krankenpflege bezogen wurde. Die Bautätigkeit beschränkt sich aber nicht nur auf kirchliche Gebäude, sondern auch auf die Förderung von Eigenbesitz. Mit Hilfe der vom Diözesansiedlungswerk beschafften Kredite und Maschinen sowie städtischer Unterstützung betreibt eine Gruppe von Aussiedlern im Alzental in den Jahren 1950-1952 den Bau von 10 zweistöckige Zweifamilienhäuser für 20 Familien. Jeder Bauherr muß eine Eigenleistung von 2000 Arbeitsstunden aufbringen. Ein ähnliches Projekt wird später auch in der Berliner Straße und in Kuppingen angegangen.
Die Bautätigkeit ging über die Stadtgrenzen hinaus. In Kuppingen, Affstätt und Oberjesingen wurden schon Anfang der 50er Jahre 550 Katholiken gezählt; diese bekamen am 15. November 1958 ihr eigenes Gotteshaus, die St. Antonius-Kirche in Kuppingen. Der schon in Herrenberg tätig gewesene Künstler Albert Birkle gestaltete auch hier die Kirche mit aus. Er machte die Entwürfe zu den Kreuzwegfenstern und zum Glasfenster an der Taufkapelle. Im Untergeschoss entstanden Versammlungsräume für Gruppen. Der Kirchbau war eine Voraussetzung dafür, dass in Kuppingen 1959 eine eigene Seelsorgestelle eingerichtet werden konnte. Bis St. Antonius zur eigenständigen Kirchengemeinde erhoben wird, vergehen aber noch einige Jahre (04.08.1971). Zur neuen Kirchengmeinde gehören: Kuppingen, Affstätt, Nufringen, Oberjesingen und Deckenpfronn. Die Gültsteiner Katholiken gehörten ursprünglich wie die Herrenberger Katholiken zur Kirchengemeinde in Altingen. Der dortige Pfarrer Hermann Johner betrieb den Bau eines kleinen, eigenen Gemeindezentrums in Gültstein für die 400 Katholiken (Stand: 1967). Begonnen wurde mit dem Kindergarten, der 1966 fertiggestellt war. Es folgte der Bau der Gut-Hirten-Kirche. Sie wurde am 18.02.1968 von Bischof Carl Joseph Leiprecht eingeweiht. Der Innenraum ist nüchtern gehalten. Die Besonderheit der Anordnung des Kirchenschiffs besteht in einem über Eck gestellten Quadrat, das die Gemeinde mehr mit dem Geschehen um den Altar verbinden soll. Die künstlerische Handschrift in der Ausgestaltung des Innenraums trägt der Künstler Siger Köder. Sowohl der Wandteppich (Speisung der 5000), als auch die Bilder des Kreuzweges stammen von ihm. Die reliefartig gegossene Eingangstür und die Betonglasfenster hat der Künstler Hans Günther Schmidt aus Obertal entworfen. Seit 1999 besitzt die Kirche ein weiteres Schmuckstück. Der Nebringer Künstler Lutz Ackermann hat eine moderne Kreuzplastik entworfen, die über dem Eingang der Kirche angebracht wurde.
Bereits 1962 wird am Großen Markweg ein Grundstück gekauft. Der Bereich des heutigen Wohngebietes Holdergraben war schon damals Bauerwartungsland, was später aber wieder zurückgestellt wurde. Doch die Planungen für eine zweite Kirche mit einem neuen Gemeindezentrum gingen weiter. Am 20.05.1968 war Spatenstich, es vergingen über drei Jahre, bis am am 10.10.1970 die Martinskirche von Weihbischof Anton Herre eingeweiht wurde.
Parallel dazu war ein zweites Pfarrhaus gebaut worden, in dem heute eine Mitarbeiter- und Hausmeisterwohnung sowie das Schuldekanatsamt untergebracht ist. Am 20. September 1975 wurde dann das ersehnte Gemeindezentrum St. Martin eingeweiht.
Der Herrenberger Architekt Wilhelm Frank, der die Martinskirche plante, ist in Kirchenkreisen kein unbeschriebenes Blatt. Neben unserer Kirche hat er in der Diözese vor allem Kirchen aus Fertigbauteilen entworfen, eine davon ist die berühmte Heilig-Geist-Kirche in Ellwangen mit den bekannten Siger-Köder-Fenstern. Die Martinskirche bietet Platz für ca. 600 Menschen.
Der Kirchenraum ist auf einem Quadrat aufgebaut. Eine Diagonale bildet die Achse des Raumes, in ihr steht der Altar, über dem sich wiederum auf einem Quadrat aufgebaut, der spitze, pyramidenartige Turm erhebt.
Eine indirekte Lichtführung im Altarraum aus dem Hohlraum des Turmes heraus ist auf den Altar hin konzentriert. Das Dach zieht sich wie ein riesig aufgespanntes Zelt nach oben. Gemeinde als Zelt Gottes zu betrachten, das allen Menschen egal welcher Herkunft ein neues Zuhause bieten will, war auf dem Hintergrund der vielen Kriegsflüchtlinge eine gelungene architektonische Konzeption. Dass sich das Dach der Kirche sowohl vorne als auch hinten nach oben zieht, ermöglicht ebenso eine theologische Deutung: Wo wir von vorne zu den Menschen hin schauen, da entsteht ein Haus Gottes, eine Gemeinschaft von Menschen, die sich im Namen des dreieinigen Gottes versammeln.
Umgekehrt: Wo der Mensch nach vorne zum Altar hin schaut und das Gedächtnismahl feiert, da öffnet sich der Himmel, indem der Herr uns im Mahl seine Gegenwart schenkt. Gut gelöst ist die Raumaufteilung. Im Altarbereich ist die Kirche weit und geräumig angelegt, was unter anderem Platz bietet für die Gestaltung von Jugend- und Familiengottesdiensten. Zum Gemeindevolk hin ist der Kirchenschiffcharakter aufgebrochen, indem die Sitzbänke sich fast wie ein rechteckiger Zaun um den Altar legen, so dass der Eindruck von Nähe und Verbundenheit sich verstärkt.
Das einzige, was die Kirche künstlerisch zu bieten hat, ist die Gestaltung von Ambo und Tabernakel.
Im Ambo finden wir den Gang nach Emmaus dargestellt, wie den Jüngern von Jesus die Schrift ausgelegt wird. Auf dem Tabernakel ist die Szene im Haus der Jünger abgebildet, als diese den Auferstandenen beim Brotbrechen erkennen.
| Sein Nachfolger Karl Mattmüller wird am 01. April 1990 als Pfarrer in Herrenberg eingesetzt, doch nach einem halben Jahr verlässt er die Gemeinde bereits wieder. |
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Das Gemeindeleben vor Ort wurde nicht nur von Pfarrern geprägt, auch viele andere hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben der Gemeinde ihren Stempel aufgedrückt. Das erste mitbestimmende Laiengremium gibt es seit 1953, die Ortskirchensteuer-Vertretung (später: Kirchenstiftungsrat). Mit dem II. Vatikanischen Konzil wird dann 1966 auch in Herrenberg ein Kirchengemeinderat ins Leben gerufen. Zweiter Vorsitzende des Kirchengemeinderates war von Anfang an Walter Michaletz, der auch später noch über viele Jahre hinweg im Verwaltungsausschuss mitarbeitete. Heute ist Karl Paulowitsch 2. Vorsitzender des Kirchengemeinderates. Auf hauptamtlicher Seite waren neben den erwähnten Pfarrern in den letzten 30 Jahren auch das ganze Spektrum der anderen pastoralen Berufe in Herrenberg vertreten: Diakone, Gemeindereferenten und Pastoralreferenten. Schon 1974 bekommt Herrenberg mit Peter Seif einen der ersten Pastoralreferenten des gerade neu geschaffenen Berufszweiges. Ihm folgen Andreas Rupp, Adriano Paoli, Susanne Theissen, Regina Zimmermann, Christiane Breuer und Bruno Fleischle. Auch einige Pastoralassistentinnen sind uns noch in lebendiger Erinnerung, zuletzt waren dies Ursula Kaiser, Ulrike Altherr und Beate Schmid. Aus dem Berufsstand der Gemeindereferentinnen ist vor allem Karin Baumann zu erwähnen, die bis 1999 in unserer Gemeinde gearbeitet hat; vor allem in der Behindertenseelsorge war sie eine wichtige Kontaktperson, ihr folgt 1999 Beate Schmid als Gemeindeassistentin. Nicht zu vergessen die vielen Vikare, die ihre Vikariatszeit als Mitarbeiter der Gemeinde in Herrenberg durchlaufen haben: Sebastian Martin-Benito (1975-1978) Vladimir Buckov¡c (1978-1980) Dietmar Rollny (1984-1986) Max Wiest (1987-1989), Christoph Schmitz (1989-1991), Thomas Krieg (1991-1993), Christof Mayer (1993-1995), Matthäus Karrer (1995-1997), Wolfgang Braun (1997-1999) und Jürgen Zorn (1999-2001). Die Gottesdienste der Kirchengemeinde haben in den letzten Jahren in besonderer Weise auch von der kirchenmusikalischen Gestaltung gelebt. Dekanatskirchenmusikerin Marianne Aicher versteht es in den Kinderchören, in der Jugendband und im Kirchenchor die Botschaft des Glaubens in musikalischer Form ausdrucksstark zur Sprache zu bringen. |
Zur Kirchengemeinde Herrenberg gehörten ursprünglich die Katholiken von Herrenberg, Affstätt, Haslach, Kuppingen, Nufringen und Oberjesingen. 1971 wird St. Antonius in Kuppingen zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Zu ihr gehören: Kuppingen, Affstätt, Nufringen, Oberjesingen und Deckenpfronn.
Doch die Herrenberger Kirchengemeinde wurde deshalb nicht kleiner. Was im Norden von Herrenberg abgezogen wurde, wird im Süden und Osten der Stadt hinzugeschlagen. Seit 1977 gehört neben der Kernstadt und Haslach nun auch Gültstein, Kayh und Mönchberg zur Herrenberger Pfarrei. Der sprunghafte Anstieg der Katholikenzahlen nach dem Krieg setzt sich bis zum Jahr 1960 fort. Im Jahr 1960 werden in unserer Gemeinde ca. 4000 Gläubige registriert; diese Zahl bleibt bis zur Neugliederung der Gemeinde im Jahr 1977 in etwa konstant. Mit der Neugliederung der Kirchengemeinde steigt die Katholikenzahl im Jahr 1977 auf ca. 5000 an. Diese Zahl ist bis in das Jahr 2000 hinein ebenfalls konstant geblieben.
Gottesdienstorte sind St. Josef und St. Martin in Herrenberg, sowie Gut-Hirten in Gültstein. Dazu kommen zumeist 2 Sonntagsgottesdienste in der Gemeinde Jettingen (Bondorf, Unterjettingen, Nebringen, Öschelbronn).
